Klein-Skulpturen / Objekte Galerie im Trudelhaus Baden, 1979

Aargauer Kurier, 14. Juni 1979

Galerie im Trudelhaus: Klein-Skulpturen und Objekte von 17 Schweizer Künstlern

(ahz.) Bildhauer- und Objektarbeiten sind im Vergleich zur Malerei weniger zahlreich; nicht zuletzt wohl, weil sie arbeitsintensiver sind. Weil sie dementsprechend auch teurer und damit schwieriger verkäuflich sind, findet man die Arbeiten der Bildhauer weniger in den Galerien. Um so interessanter ist die bis zum 30. Juni laufende Ausstellung im Badener Trudelhaus, welche Bildhauerarbeiten von nicht weniger als 17 Künstlern einer vorwiegend jüngeren Generation zeigt. Die Vielfalt der Materialien ist gross; sie reicht vom Handgeschmiedeten über Spiegel und Glas bis zur traditionellen Bronze, von der Keramik übers Holz bis zum Stein usw. Erstaunlich ist eines: In der Malerei hat die Rückwärtsbewegung zur Gegenständlichkeit, zum Beobachtungsprozess viel Bedeutung; die Bildhauerei freilich ist bei der Abstraktion geblieben, zur Gegenständlichkeit nur in Form von Objekten zurückgekehrt. Das im grossen und ganzen sehr auf Progressivität bedachte Trudelhaus hat hier nicht einseitig die Avantgarde gesucht, sondern in der Vielfalt vom traditionellen Stein über die klassisch-abstrakte Bronze bis zum Kopfschütteln erregenden Objekt (u.a. ein Sprungbrett) einen höchst aufschlussreichen Querschnitt durch heutiges Schaffen gezogen.
Unsere Bilder zeigen (von links): „Kontra“, ein vielschichtiges Formenspiel aus Aluminium von Walter Geissberger, Bern. Der 32jährige von Riniken gebürtige Plastiker und Zeichner arbeitet in vielen Techniken. - Objekt von Peter Trachsel, einstiger F & F-Schüler, mehrfacher Stipendienträger. Im Koffer sind zwei elektrische Velos, die von einem Flugzeug bedroht werden, allerdings unter dem schützenden Dach eines Regenschirms. - „Stern, hoch“ von Franz Pösinger, Basel; ein originelles Gebilde aus Stein und Kunststoff. - „Reflexion - dehors -dedans“, Multiple von Michael Grossert, dem vielleicht berühmtesten Bildhauer unter den hier vereinten. Mit interessanten Spiegelungen und Durchblicken lässte er Gedanken über die Veränderungen von draussen und drinnen spielen.