Atelier Worb, 2. Ausstellung nach 2007

"Trilogien" capramontes

„Trilogien“ – eine Ausstellung mit Objekten von Capramontes

Galerie Atelier Worb, 9. – 28.2.2010

 

Capramontes - schon der Name ist Programm, oder zumindest dessen Herleitung. Denn was da klingt wie der Familienname einer sizilianischen Grossfamilie und uns den Duft von Macchia und Salzwasser riechen lässt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eine vorsätzliche Täuschung. Der da versucht, uns mit einem Augenzwinkern hinters Licht zu führen und uns dadurch zwingt, etwas genauer hinzusehen, heisst nämlich im täglichen Leben ganz prosaisch Walter Geissberger.

 

Ja, der Künstlername darf durchaus als Programm verstanden werden: Den Dingen eine andere – oder vielleicht sogar ihre wahre? – Identität zu geben, das ist eine der starken Motivationen, die das künstlerische Schaffen von Capramontes antreiben. Mit Schalk, Sprachwitz und dem sicheren Gespür des Gestalters kreiert er in kontinuierlicher Arbeit eine andere Sicht der Dinge, man könnte es auch eine Gegenwelt nennen. So auch in seiner aktuellen Ausstellung in der Galerie Atelier Worb, wo unter dem Titel „Trilogien“ vom 9. bis zum 28. Februar neue Arbeiten zu besichtigen sind. Es sind quasi „Variationen über ein Thema“, jeweils drei zu einem Oberbegriff gehörende Objekte, die der Ausstellung den Titel geben. Als Ausgangsmaterialien nutzt Walter Geissberger dabei meist Abfall, den wir achtlos entsorgen würden. Es sind Fundgegenstände und Plastikteile von Drucker-Kartuschen etwa, verrosteter Eisenschrott oder Verpackungsmaterialien, welche den Künstler inspirieren und die er zu neuem Leben erweckt. Dabei überlässt er nichts dem Zufall – die Kreationen sind klar konzipiert, schnörkellos und mit dem sicheren Auge für die richtigen Proportionen arrangiert und in überaus exakter Art ausgeführt. Wenn aus orangefarbenen Printerteilen „Orrangschöre“ oder aus Wallholzwalze und Jätschaber ein „Yäti“ werden, dann schlüpft das Ausgangsmaterial in eine neue Identität und tritt ein neues Leben an. Es ist die Poesie des Nebensächlichen, das Spiel der Formen und Materialien, die mit Humor und Leichtigkeit  konzipierte Fantasiewelt der Objekte, welche uns zum Nachdenken, Schmunzeln und zum Staunen bringt.

 

Der 1947 in Bern geborene Walter Geissberger, alias Capramontes, ist bei aller Vielfalt seines gestalterischen Wirkens in erster Linie Bildhauer, der mit den klassischen Materialien Stein, Bronze, Aluminium und Holz arbeitet. Als Kunstpädagoge an der Schule für Gestaltung in Bern und Biel konzentriert er sich auf das Fundamentale der traditionellen Gestaltung wie Natur- und Proportionslehre, Farbtheorien und Materialkunde. In diversen Einzel- und Gruppenausstellungen ist er seit über dreissig Jahren immer wieder auf unkonventionelle Art im Espace Mittelland in Erscheinung getreten.

Max Schläfli, Worb

 

Die Ausstellung in der Galerie Atelier Worb vom 9. bis 28. Februar 2010 ist jeweils freitags von 18-20 Uhr, samstags von 14-17 Uhr und sonntags von 10-12 Uhr geöffnet. Der Künstler ist sonntags anwesend. Speziell für die Ausstellung hat er einen Katalog mit den ausgestellten Trilogien realisiert – dieser wird lediglich in 66 nummerierten Exemplaren hergestellt. Die Vernissage vom 9. Februar ab 19.00 Uhr begleitet das „Trio Logi“ mit Tobias Reber, Daniel Lüthi und Walter Geissberger selbst.

 


Weihnachtsausstellung 2007 im Atelier Worb

Worber Post 13/2007
38 Künstlerinnen und Künstler zu Gast

Für die Ausstellung zum Jahresende hat sich das Atelier Worb einiges vorgenommen:
38 Künstlerinnen und Künstler sind zu Gast.

Eine Auswahl von 25 Atelier-Künstlerinnen und Künstlern der vergangenen Jahre wurde angeschrieben. Sie wurden eingeladen, an der Weihnachtsausstellung 2007 teilzunehmen, zusammen mit einem Gast ihrer Wahl. 19 der Angeschriebenen haben ihre Teilnahme zugesagt. Damit werden 38 Künstlerinnen und Künstler vom 17. November bis zum 2. Dezember in den Galerieräumen mit ihren Werken präsent sein - die besten Voraussetzungen für eine spannende und vielfältige Ausstellung!
Dazu schreibt die Kunstkommission des Atelier: "Mit unserer Retrospektive möchten wir einerseits einen repräsentiven Überblick über die künstlerische Vielfalt der bei uns ausstellenden Künstlerinnen und Künstler ermöglichen. Dabei sind wir natürlich gespannt, welche Gäste die von uns Eingeladenen mitbringen werden. Natürlich hoffen wir auch, bei dieser Gelegenheit die eine oder andere neue Künstlerin oder den einen oder anderen neuen Künstler für eine zukünftige Einzelausstellung in unserer Galerie begeistern zu können."