Klein-Skulpturen / Objekte Galerie im Trudelhaus Baden, 1979

Badener Tagblatt, 25. Mai 1979

Interessanter Querschnitt durch Schweizer Plastik:
Konventionell und progressiv

(M. Hubertus) „Kleinskulpturen und Objekte“ nennt sich die bis zum 30. Juni dauernde Ausstellung in der Badener Trudelhaus-Galerie, die von 17 Kunstschaffenden aus der ganzen Schweiz bestritten wird. Die meisten Künstler gehören der mittleren und jüngeren Generation an und als einzige weibliche Vertreterin finden wir unter den 17 Ausstellern die Bildhauerin April Glaser aus Ennetbaden.
Ein Nebeneinander von progressivem und konventionellem plastischen Schaffen unterstreicht mit Deutlichkeit den Stilpluralismus der heutigen Zeit. Die Spannweite der Ausstellung reicht von traditioneller Formbejahung bis zur Formauflösung, von der Kunst des Gesetzes bis zur Kunst des „gelenkten Zufalls“; sie umfasst - gegenständlich oder abstrakt - das Geometrisch-Stereometrische und das Organisch-Vegetative. Die Bildhauer unserer heutigen Zeit tragen ihre Formwünsche an die verschiedensten Materialien heran, sie lassen sich zu ihren Formen von den verschiedensten Materialien inspirieren. Werkstoffe, die in der Vergangenheit nicht als kunstwürdig betrachtet worden wären, werden ungeniert in die plastische Sprache des heutigen Bildhauers oder Objektkünstlers integriert: Kunststoff, Spiegel, Alt-Eisen, Fundgegenstände, technische Abfallstoffe und anderes mehr.
In der Ausstellung im Trudelhaus begegnen wir einer ebenso grossen Vielfalt an Namen wie an künstlerischen Ausdrücken.
April Glaser, aus Sydnay gebürtig, reiht sich mit ihren farbigen Stahlbändern und Textilien in die Gesellschaft der 16 Aussteller, die fast alle schon durch Stipendien und öffentliche Aufträge aufgefallen sind. In alphabetischer Reihenfolge zeigen ihre Werke: Vinzenz Baviera, Albert Cinelli, Hans Danuser, Gaspard Delachaux, Jakob Engler, Walter Geissberger, Heinz Gerber, Michael Grossert, Theodor Huser, Beat Kohlbrenner, Jean Mauboules, Josef Odermatt, Franz Pösinger, Kurt Sigrist, Peter Trachsel und Konrad Vetter. Es ist natürlich unmöglich, hier auf alle Werke einzeln einzugehen, es würde den Rahmen sprengen, und es ist ebenso schwierig, einzelne hervorzuheben. Ganz allgemein lässt sich aber feststellen, dass fruchtbare Neuansätze dreidimensionaler Gestaltung sowohl aus der Tradition der Skulptur wie auch aus den inhaltlichen Programmen und medienexpansiven Tendenzen unter den heutigen Schweizer Künstlern entstehen.