"Schere schert sich um Schere"

Grauholzpost, Mittwoch, 12. September 2007

Etikettiert als "Qnst" präsentiert derzeit Walter Geissberger in seinem Atelier Capramontes in Bolligen die zweite Ausstellung von seinem vielseitigen Ausstellungs-Zyklus.

Sie beflügeln als Objekte die Fantasie, sind Metamorphosen aus Alltags-Gegenständen, einzig der Eigengesetzlichkeit und Eigenwilligkeit des Künstlers verpflichtet: verspielt, ver-rückt, neckisch, erotisch - faszinierend. Sie sind frei von jeder Idealisierung als Kunstwerke, packend in ihrer Ursprünglichkeit und dennoch fern ihres Ursprungs oder ihrer einstigen Bestimmung. Capramontes spielt mit der Empfindung seiner Galeriebesucher, erstaunt, verwirrt, verblüfft und begeistert.

Paare werden geboren und scheinen lebendig

Grosse geistige Aktivität muss dem Lehrer an der Schule für Gestaltung in Bern attestiert werden, denn über die formalen Prinzipien hinaus versteht er es, seine Objekte und von ihm "geborene Paare" lebendig erscheinen zu lassen. Momentaufnahmen einer facettenreichen Fantasie und eines unerschöpflichen Ideenreichtums sind der "Bolliger Winkel", der "Schwein-Schrein" oder "Schere schert sich um Schere", ausdrucksstark bis hin zur Abstraktion.

Löst Aha-Erlebnis aus

Für die "Entschlüsselung" seiner Objekte gibt es kein gültiges Rezept. Die Betrachter sind mental gefordert, sich mit dem offenen Spielwitz und der ironischen Verhaltenheit des Künstlers auseinanderzusetzen. Aus diesen "Aha"-Erlebnissen werden - so der Künstler - (V)Erkenntnisse resultieren.
Silvia Mosimann

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